Nähe ist für Fische kein Spiel
Fische können mit oberflächlichem Herumgeplänkel nicht besonders viel anfangen, auch wenn sie anfangs manchmal mitfließen. Sie möchten nicht bloß gefallen. Sie möchten berühren und berührt werden, innerlich. Das heißt nicht, dass jede Begegnung sofort dramatisch sein muss. Überhaupt nicht. Aber sie brauchen Tiefe. Wärme. Einen Tonfall, in dem Menschlichkeit mitschwingt. Kalte Spielchen, emotionale Taktik, dauerndes Hinhalten, ach du liebe Zeit, damit verletzt Ihr Fische schneller, als Ihr denkt.
Und genau deshalb wirken sie in der Liebe oft so intensiv. Nicht laut intensiv, eher weich intensiv. Sie merken sich Nebensätze. Sie speichern Stimmungen. Sie erinnern sich an das, was zwischen den Zeilen lag. Für manche Menschen ist das wunderschön. Für andere fast ein bisschen unheimlich. Weil die Fische eben nicht nur das Offensichtliche wahrnehmen, sondern auch das, was sonst gern überspielt wird.
Romantisch, ja. Aber nicht naiv
Über Fische wird oft geredet, als seien sie hoffnungslos romantisch und dadurch automatisch leicht zu täuschen. Das ist zu simpel. Natürlich haben Fische eine romantische Seite. Sie glauben an Verbindung, an Seelenresonanz, an dieses schwer erklärbare Gefühl, dass zwei Menschen sich wirklich meinen. Warum auch nicht? Das Leben ist schließlich unerquicklich genug. Aber romantisch zu sein heißt noch lange nicht, blind zu sein.
Viele Fische merken erstaunlich schnell, wenn etwas nicht stimmt. Sie ignorieren es nur manchmal länger, als gut für sie wäre. Nicht, weil sie dumm wären. Sondern weil Hoffnung bei ihnen oft stärker ist als Abwehr. Sie wollen glauben, dass das Gute noch da ist. Dass der andere es doch ernst meint. Dass die Distanz nur eine Phase ist. Das kann rührend sein. Und leider auch schmerzhaft.